Die Kläranlage Oberaudorf

Im Zuge der Abwasserbeseitigung wird das in der Gemeinde Oberaudorf von den Gebäuden anfallende Schmutzwasser in die Kanalisation geleitet und zur zentralen Kläranlage nordöstlich von Niederaudorf am Husarenweg transportiert, dort gereinigt und schließlich in den angrenzenden Inn geleitet.

Neubau der Kläranlage

Im April 2019 startete der Bau der neuen Kläranlage. Gebaut wird eine zukunftsorientierte Anlage mit sehr hoher Reinigungsleistung und wirtschaftlichem Betrieb durch Energiegewinnung. Da die Abwässer der Gemeinde Oberaudorf auch während der Bauphase gereinigt werden müssen und die neuen Anlagen auf dem Gelände der bisherigen Kläranlage errichtet werden, stellen die Baumaßnahmen bei laufendem Reinigungsbetrieb eine besondere Herausforderung dar. Die neue Kläranlage soll 2021 in Betrieb gehen.

Die bestehende Kläranlage der Gemeinde Oberaudorf wurde in den Jahren 1975 bis 1977 gebaut. Die Gemeinde mit ihren Ortsteilen ist über ein Trennsystem an die Kläranlage angeschlossen. Dies bedeutet, dass nur Schmutzwasser jedoch kein Oberflächenwasser eingeleitet werden darf. Nach über 40 Betriebsjahren, in denen nur in wenigen Einzelbereichen saniert oder umgebaut wurde, muss die Anlage gemäß dem heutigen Stand der Technik erneuert werden, wobei dies aufgrund der Rechtsvorschriften auch von den Behörden gefordert wurde.

Ansichten der neuen Kläranlage

Die neue Kläranlage wurde im Hinblick auf genehmigungstechnische Vereinfachungen auf 10.000 Einwohner ausgelegt, wobei eine ausreichende Zukunftsreserve berücksichtigt ist.

In vorangegangenen Untersuchungen wurden unterschiedlichste Lösungsansätze für die künftige Abwasserreinigung untersucht:

  • Überleitung des Abwassers zu benachbarten Kläranlagen,
  • gemeinsamer Neubau der Kläranlage für und mit Nachbargemeinden,
  • Neubau der Kläranlage auf benachbartem Grundstück,
  • Sanierung der Kläranlage unter Beibehaltung des bestehenden Reinigungssystems Tropfkörper.

Diese Varianten waren entweder nicht realisierbar oder unwirtschaftlich.

Kernstück der neuen Anlage ist der Neubau der biologischen Reinigungsstufe im Belebungsverfahren als rundes Kompaktbauwerk mit außenliegender Biologie als Kreisring und mit innenliegender Nachklärung.

Das in etwa drei Meter Tiefe ankommende Abwasser muss, wie bisher, durch ein Pumpwerk auf das Niveau der Kläranlage gehoben werden. Der bei der Reinigung entstehende Klärschlamm wird auch künftig im bestehenden Faulturm durch teilweise Umwandlung in Faulgas reduziert und stabilisiert.

Beim Neubau der Kläranlage wird das Ziel verfolgt, für einen ökologischen und nachhaltigen Betrieb weitestgehend Energieautark zu werden. Das heißt, die für die Abläufe in der Kläranlage benötigte Energie (Strom und Wärme) wird aus einem Blockheizkraftwerk (BHKW) und Photovoltaik erzeugt. Das BHKW wird hierbei von eigenerzeugtem Gas aus den Vergärungsprozessen betrieben und sorgt für die Beheizung von Gebäuden und Faulbehälter sowie den Betrieb der notwendigen Pumpen.

Qualitätssicherung der Abwasserreinigung

Die Einleitungen von gereinigtem Abwasser aus unserer zentralen Kläranlagen in den Inn unterliegt einer behördlichen Qualitätsüberwachung nach den Anforderungen der bayerischen Eigenüberwachungsverordnung und dem wasserrechtlichen Abgabebescheid vom 16.02.2007 des Landratsamtes Rosenheim. Entsprechend werden Proben entnommen und auf abwasserrelevante Inhaltsstoffe analysiert. Untersucht werden die Restnährstofffrachten wie Phosphor und Stickstoff und die Kohlenstofffrachten wie biologischer und chemischer Sauerstoffbedarf (BSB und CSB). Hierbei sind die Grenzwerte aus dem wasserrechtlichen Abgabebescheid einzuhalten.

Weiterführende Informationen:

Eigenüberwachungsverordnung – EÜV (externer Link zu gesetze-bayern.de)